Teichbau leicht gemacht
Schritt für Schritt den Gartenteich anlegen

Teichbau leicht gemacht

Die Krönung ihres Gartenparadieses ist für viele Teichbesitzer das Wasserreich, das sie selbst geschaffen haben. Sie haben dasselbe Ziel? Wir unterstützen Sie gerne bei der Teichplanung und zeigen Schritt für Schritt, wie der Teichbau im Garten gelingt. Egal ob Sie nach Inspiration suchen oder sich einen Überblick über den Prozess verschaffen wollen, hier werden Sie fündig.


Teich selber bauen: Schritt 1 – Zierteich, Naturteich oder Koiteich?


Naturteich

Naturteich

Zierteich

Zierteich


Jeder, der sich mit Teichbau beschäftigt, sollte zunächst die Frage klären, wie sich das spätere Becken in die Landschaft des Gartens einfügen soll.

Steht für Sie eine möglichst natürlich wirkende Teichlandschaft mit einem kleinen Bachlauf oder Wasserfall, wildem Wuchs oder Böschungen an frei gezogenen Ufern im Vordergrund, dann sollten Sie einen Naturteich planen.

Bevorzugen Sie klare Linien, Wasserspiele und Springbrunnen oder eine gemauerte Uferumrandung, die sich beispielsweise an der Architektur von Haus und Garten orientiert? Dann trifft ein Zierteich Ihren Geschmack am besten.

Viele Koi-Liebhaber entscheiden sich für einen Zierteich im Japan-Stil, bei dem die Symbiose von Erde und Meer (repräsentiert durch den Teich) im Mittelpunkt steht. Ein klassischer japanischer Zierteich weist eine klare Uferlinie auf, Wasser und Garten trennen verschieden große Steine. Der Teich ist häufig umgeben von Schilf, Bambus, Moos und Bonsai-Bäumchen, während sich im Wasser kaum Pflanzen befinden. Kleine Pagoden, Brücken und Steinfiguren sind weitere ikonische Elemente dieser Teichart und Gartengestaltung.

Tipps für alle, die einen Koiteich bauen wollen

Teichbauer müssen sich bereits in der Planungsphase darüber klar werden, ob, welche und wie viele Fische sie halten möchten. Entscheiden sie sich für einen Fischteich, muss deren künftiges Zuhause artgerecht gestaltet werden. Dabei gilt es zu bedenken, dass Koi andere Lebensbedingungen benötigen als zum Beispiel Goldfische.

Kurz zusammengefasst: Das sind die Hauptmerkmale eines Koiteichs
  • Ein Koiteich muss über steile Kanten verfügen und hochgemauert sein. Das bietet dem Fischreiher weniger Angriffsmöglichkeiten.
  • Eine ausreichende Schwimmtiefe von mindestens 1,80 Meter muss gewährleistet sein, damit es im Winter gelingen kann, den Teich eisfrei zu halten.
  • Gegebenenfalls macht es Sinn, den Koiteich zu beheizen. Lesen sie hierzu auch unseren Ratgeber: Teich winterfest machen.
  • Der Teich muss mindestens 5000 Liter fassen.
  • Separate Pflanzenbereiche oder Schwimminseln sollten von Beginn an mitgedacht werden. Kois fressen die Pflanzen gerne ab und nutzen sie als Rückzugsmöglichkeiten.
  • Koiteich-Bauer sollten wissen, dass hier vergleichsweise mehr Technik vonnöten ist, wie etwa eine ausreichend dimensionierte Filteranlage, eine UVC-Lampe, ein Bodenablauf, eine Pumpe und eventuell ein Skimmer.

Sie wollen einen Koiteich bauen und suchen noch nach Inspiration?

Dann werden Ihnen diese Videos gefallen. Im Rahmen der KOIPON Teichtour haben wir Jens und seinen wunderbaren 30.000 Liter Koiteich besucht. Ins Staunen gebracht hat uns auch Günters 130.000 Liter Teich, in dem 80 bis 90 Kois schwimmen.

Das Schöne am Teichbau ist: Erlaubt ist, was gefällt! Die Grenzen zwischen Naturteich und Zierteich können auch fließend verlaufen, denn nirgends steht geschrieben, dass man nicht auch ein bisschen aus beiden Welten der „Teichkultur“ haben kann. Verwirklichen Sie Ihre Wünsche genau so, wie Sie es wollen. Achten Sie dabei jedoch auf die Gegebenheiten in Ihrem Garten − das wird Ihnen vieles erleichtern.


Teichbau Schritt 2: Wo den Teich bauen? Den richtigen Standort bestimmen

Die Lage des Teichs im Garten sollte nicht nur von optischen Faktoren abhängig gemacht werden. Es gibt nämlich mehrere wichtige Kriterien, die bei der Auswahl des besten Plätzchens eine Rolle spielen. Unsere *Checkliste* erleichtert es Ihnen, den richtigen Standort zu finden.

Standort-Check #1: Safety first

Leben Kleinkinder in Ihrem Haushalt oder Personen, die Gefahren nicht selbstständig einschätzen können? Kommen die Enkel häufig zu Besuch? Dann muss sichergestellt werden, dass das Wasser für sie nicht zur Gefahr werden kann. Soll der Teich direkt an die Terrasse angrenzen, muss eine Schutzvorrichtung (Zaun, Sicherungsgitter) angebracht werden.
Ein Sicherheitskonzept ist auch aus juristischen Gründen wichtig. Gartenteichbesitzer müssen nämlich ihren „Verkehrssicherungspflichten“ nachkommen. Das bedeutet, dass entweder das Grundstück so abgezäunt sein muss, dass Dritte es nicht betreten können, oder die Wasseroberfläche des Teichs wirksam abgedeckt sein muss.

Standort-Check #2: Halbschatten

Eine halbschattige Ausrichtung des Teiches ist perfekt. Bei 4 bis 6 Stunden Sonne am Tag erhalten die Teichpflanzen genügend Energie zum Wachsen. Länger sollte der Teich der Sonne allerdings nicht ausgesetzt sein, da sonst Algenwachstum als Folge der Wassererwärmung einsetzt.
Tipp: An Stellen, die besonders von direkter Sonneneinstrahlung betroffen sind, können ausgedehnte Tiefwasserzonen dem Algen-Problem entgegenwirken.

Standort-Check #3: Vegetation rund um den Teich

Wer „halbschattiger Standort“ gelesen hat und den Teich im Geiste nun schon direkt unter dem stattlichen Ahorn platziert, sollte wissen: Nicht jede Gartenbepflanzung ist in der Nähe des Teichs willkommen! Denn: Laubblätter und Nadeln müssen unbedingt zeitnah entfernt werden, ansonsten droht eine Übersäuerung des Teichs. Diese Gefahr muss man nicht eingehen und die Reinigungsarbeiten kann man ebenfalls reduzieren, indem man einen besser geeigneten Platz findet.
Problematisch kann auch ein Standort werden, der sich in der Nähe stark wurzelnder Pflanzen (z.B. Pampasgras, Chinaschilf, Bambus) befindet.

Tipp: Rhizomsperren eignen sich, um die Wurzeln vom Teich fernzuhalten.

Standort-Check #4: Unebenheiten meiden

Ebene Flächen sind ideal, da ansonsten bei Regen Probleme vorprogrammiert sind. Befindet sich der Teich auf einer Anhöhe, fließt Regenwasser, das der Teich nicht fassen kann, in den Garten. Achtung: Überflutungsgefahr. Liegt er in einer Senke, nimmt er zu viel Regenwasser auf, was wiederum zu Übersäuerung führen kann.

Tipp: Lesen Sie hier, wie man mit Regenwasser im Teich am besten umgeht.

Standort-Check #5: Wind

Für die Durchmischung des Wassers ist es von Vorteil, den Gartenteich an eine windexponierte Stelle zu setzen. Somit kommt auf natürliche Weise genügend Sauerstoff in die unteren Wasserschichten über dem Grund. Befindet sich ein solcher Standort nicht auf dem Grundstück, kann gute Teichtechnik für die nötige Belüftung sorgen.

Standort-Check #6: Frösche

Frösche erwählen Gartenteiche gerne zu ihrem Lebensraum. Das ist vollkommen in Ordnung, kann aber störend sein, wenn man beim Teichbau nicht bedacht hat, dass die Tierchen ganz schön laut quaken können. Deshalb lieber einen Standort in einiger Entfernung zu den Ruheräumen des Hauses wählen.

Standort-Check #7: Art des Teichs

Bei Fischteichen gilt es, eine Lösung zu finden, die es Teichbesitzern erlaubt, die Fische zu beobachten, sodass diese sich nicht gestresst fühlen. Wie kann man das in der Praxis vernünftig umsetzen?

Koitec24 Profi-Tipp: „Wir haben unseren großen Koiteich direkt an der Terrasse und können die Fische zusätzlich durch eine Scheibe sehen, wenn wir im Wintergarten sitzen. Alle Fische sind handzahm und kommen an die Scheibe. Pflanzeninseln bieten ihnen ideale Versteck- bzw. Rückzugsmöglichkeiten.“ 

Standort-Check #8: Wasser- und Stromanschlüsse

Wer einen Teich selber bauen will, sollte praktische Aspekte von Anfang an mitdenken. Denn die Bedienung und Steuerung der Teichtechnik (z.B. Filter, Pumpe) wird einfacher, wenn sich der Gartenteich in der Nähe der Wasser- und Stromanschlüsse befindet.

Standort-Check #9: Optik

Selbstverständlich sollte der Teich auch an einer Stelle liegen, an der er besonders schön zur Geltung kommt und den Garten bereichert.


Gartenteich anlegen − Schritt 3: Folien- oder Fertigteich? Bautechnische Fragen klären

Folien- oder Fertigteich? Das ist die wichtigste bautechnische Frage, die vom künftigen Gartenteichbesitzer beantwortet werden muss. Es gilt, sich zwischen den zwei am weitesten verbreiteten und buchstäblich grundlegenden Systemen des Teichbaus zu entscheiden.

Vorteile und Nachteile des Folienteichs

VorteileNachteile
Die Folienteich-Bauweise zeichnet sich dadurch aus, dass sich Größe, Ufer und Verlauf des Teiches völlig frei und individuell wählen und gestalten lassen. Der Teichbau ist aufwendiger als die Verwendung eines Fertigbeckens.
Die individuelle Anpassbarkeit ermöglicht auch in unebenem Gelände freie Entfaltung und mithilfe der eigenen Vorstellungskraft und dem nötigen Geschick lassen sich fantasievolle Teichlandschaften realisieren. Auch das Verkleben und Abdichten unterschiedlicher Folienelemente kann zuweilen mühsam und zeitintensiv werden.
Der Folienteich eignet sie sich sowohl für Zier- als auch für naturnahe Wassergärten.

Wie einen Folienteich anlegen? Schnell erklärt:

  • Zunächst wird an der gewünschten Stelle des Gartens eine Grube ausgehoben und diese anschließend mit einer Folie ausgelegt – und abgedichtet.
  • Damit der Teich auch wirklich dicht, winterfest und robust wird und bleibt, muss eine Folie aus speziellem Material verwendet werden.
  • Es sind teils mehrere Schichten und Lagen erforderlich, die genau an die anvisierte Teichgröße, an Bewuchs, Bewohner und Untergrund angepasst werden müssen.
  • Die unterschiedlichen Folienelemente müssen verklebt und abgedichtet werden.

Für diejenigen, die einen solchen Aufwand scheuen, bietet die Fertigteich-Bauweise eine interessante Alternative zum Folienteich.

Vorteile und Nachteile des Fertigteichs:

VorteileNachteile
Die Konstruktionen (Teichschalen und Becken), sind robust, haltbar und schier unverwüstlich, auch, wenn der Winter naht.Die Anschaffung kann im Vergleich zu den Folienteichen ein wenig kostenintensiver ausfallen.
Der Einbau ist nicht aufwendig.Ein steiler beziehungsweise abrupter Uferbereich, den man häufiger bei dieser Bauweise antrifft, kann das Ansiedeln bestimmter Pflanzen- und Tierarten erschweren.
Hersteller bieten in diesem Segment eine Fülle an Formen, Varianten mit den unterschiedlichsten Erweiterungsmöglichkeiten und verschiedenen Zonen für bestimmte  Pflanzen und Tiere an. Die Ränder der Konstruktion lassen sich nicht so leicht kaschieren, wie es bei der Folienbauweise der Fall ist.
Eignen sich vor allem für kleine Teiche hervorragend. Individualisten bleiben in ihrer Gestaltungsfreiheit eingeschränkt.

Fertigteiche − GFK-Teichbau schnell erklärt:*

Bei dieser Variante entscheidet man sich für eine vorgefertigte Kunststoffform (zum Beispiel aus Polyethylen oder  GFK), bevor diese dann an einer geeigneten Stelle des Gartens in die Erde gesetzt wird.

Autor: André Ahrens – KOITEC24 Teichexperte

seit mehr als 20 Jahren. Im Ratgeber teilt André Ahrens sein umfangreiches Fachwissen gerne mit allen Teichfreunden. Sie haben noch Fragen? Er berät Sie gerne auch persönlich zu den Themen Koi-Haltung, Koi-Teich und zum Bau Ihres ganz individuellen Teichs.