Algen im Teich: Entstehung verstehen und wirksam bekämpfen

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Algen sind ein häufig auftretendes, aber oft missverstandenes Phänomen in Gartenteichen. Sie können die Optik Ihres Teiches beeinträchtigen und auch bei Überbefall die Wasserqualität negativ beeinflussen. Dennoch sind Algen ein natürlicher Bestandteil eines jeden Teiches und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Die Herausforderung besteht darin, das richtige Gleichgewicht zu finden, um Algenwachstum zu kontrollieren und gleichzeitig die Gesundheit des Teiches zu erhalten.

Entstehung von Algen im Teich

In diesem Ratgeber werden wir uns eingehend mit dem Thema Algen im Teich beschäftigen. Wir werden die verschiedenen Algentypen, ihre Ursachen und Auswirkungen auf den Teich sowie bewährte Methoden zur Algenkontrolle und -prävention erklären. Egal, ob Sie bereits mit Algenproblemen in Ihrem Teich konfrontiert sind oder präventive Maßnahmen ergreifen möchten, wir werden Ihnen das notwendige Wissen und die Werkzeuge zur Verfügung stellen, um Ihren Teich klar und gesund zu erhalten. Tauchen wir ein in die vielseitige Welt der Teichalgen und lernen, wie wir sie erfolgreich managen können.

Inhaltsübersicht:

Wie entstehen Algen im Teich?

Algen sind winzig kleine Mikroorganismen, die im Feinstaub der Luft enthalten sind. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Algen das Wasser befallen. Grundsätzlich haben Algen keinen negativen Einfluss auf den Teich, denn sie produzieren Sauerstoff und leben friedlich mit den verschiedensten Teichbewohnern zusammen. Kommt es jedoch zu einem Überangebot an Nährstoffen, werden die Lebensbedingungen begünstigt und es kommt zu einer starken Vermehrung, die sogenannte Algenblüte.

Doch was begünstigt einen Nährstoffüberschuss?

  • Der Teich wird mit Brunnen oder Regenwasser gefüllt
  • Blütenpollen
  • Zu viel Eisen zum Beispiel aus Brunnenwasser
  • Zu viel Fischfutter
  • Fischfutter minderer Qualität
  • Zu viele Fische
  • Fischkot
  • Gartenerde oder Rasendünger werden durch zum Beispiel Regen in den Teich gespült
  • Teichschlamm
  • Abgestorbene Pflanzenreste und in den Teich fallendes Laub

Die Ursachen für Algenwachstum behandeln

Zu Beginn ist es von entscheidender Bedeutung, die Wasserqualität in regelmäßigen Abständen sorgfältig zu überwachen. Nur so lässt sich feststellen, ob bestimmte Wasserwerte außerhalb des empfohlenen Bereichs liegen und wie diesen Abweichungen entgegengewirkt werden kann. Im nächsten Schritt empfiehlt es sich, die geeigneten Maßnahmen unter Verwendung der passenden Produkte zu ergreifen.

Schritt 1: Wasserqualität analysieren

Beginnen Sie mit der Überprüfung der Wasserqualität in Ihrem Teich. Hohe Nährstoffkonzentrationen, insbesondere von Phosphaten und Stickstoffverbindungen, sind häufige Auslöser für übermäßiges Algenwachstum. Investieren Sie in ein Wasseranalyse-Kit oder lassen Sie das Wasser von einem Experten testen, um einen klaren Überblick über die Wasserparameter zu erhalten.

In unserem Diagnoseprotokoll finden Sie alle nötigen Informationen zur Analyse und Verbesserung von Wasserwerten.

Schritt 2: Übermäßige Nährstoffe reduzieren

Sobald Sie die Hauptursachen für das Algenwachstum identifiziert haben, ist es wichtig, die Nährstoffbelastung zu reduzieren. Hier sind einige bewährte Methoden:

  • Reduzieren Sie die Fütterung Ihrer Fische und vermeiden Sie Überfütterung.
  • Pflanzen Sie Wasserpflanzen in Ihrem Teich, um Nährstoffe aufzunehmen und das Wasser zu reinigen.
  • Vermeiden Sie den Eintrag von Laub und anderen organischen Stoffen in den Teich.
  • Reduzieren Sie Bodenablagerungen und Schlamm
  • Sorgen Sie für ausreichend Beschattung zum Beispiel mit einem Sonnensegel oder einer schwimmenden Pflanzinsel.
  • Prüfen und warten Sie regelmäßig die Teichtechnik.
  • Wechseln Sie alle 3 bis 5 Jahre die Filterschwämme und tauschen Sie jährlich das UVC-Leuchtmittel.

Nachdem alle notwendigen Schritte unternommen wurden, sind Sie bereit, die verschiedenen Algenarten zu identifizieren und gezielt zu behandeln.

Algenbefall bestimmen und gezielt behandeln:

In unserem Ratgeber konzentrieren wir uns auf die drei am häufigsten im Teich vorkommenden Algenarten: Fadenalgen, Schwebealgen sowie Blau- und Schmieralgen.

Fadenalgen

Beginnen wir mit den Fadenalgen – hellgrün und in fadenähnlicher Struktur. Sie haften an Teichfolie und Steinen, produzieren tagsüber Sauerstoff, verbrauchen ihn aber nachts. Ihr charakteristisches Anheften an Teichwänden und -böden ermöglicht die klare Identifizierung, insbesondere im Vergleich zu Schwebealgen.

Fadenalgen

Fadenalgen im Teich bekämpfen:

  1. Manuelle Entfernung: Wenn Fadenalgen bereits vorhanden sind, ist eine gründliche manuelle Entfernung unvermeidlich. Verwenden Sie eine Algenbürste oder ein Fadenalgenkescher, um die Algen sorgfältig zu entfernen. Stellen Sie sicher, dass keine Algenreste im Teich verbleiben, da diese das erneute Wachstum fördern könnten.
  2. Mittel gegen Fadenalgen: Nachdem die Ursache der Fadenalgenentstehung behoben wurde, ist es nun an der Zeit, die Fadenalgen gezielt zu bekämpfen. Hier kann der KOIPON® Fadenalgen-Vernichter eine äußerst effektive Lösung bieten. Dieses Produkt arbeitet ohne Phosphat und setzt auf den Wirkstoff Salicylsäure sowie weitere natürliche Inhaltsstoffe wie Fruchtsäure und Härtebildner. Gemeinsam zersetzen sie das Kalkgerüst der Fadenalgen, was zu deren Auflösung führt, und das Bilden neuer Sporen verhindert. Das Wachstum der Algen wird somit gestoppt.
  3. Langfristige Strategie: Beachten Sie, dass Algenvernichter eine kurzfristige Lösung darstellen. Eine nachhaltige Algenkontrolle erfordert die langfristige Bekämpfung der Ursachen des Nährstoffüberschusses in Ihrem Teich.
  4. Denken Sie daran, dass die Bekämpfung von Fadenalgen im Teich Zeit und Geduld erfordern kann. Mit einer gründlichen Analyse, der Anwendung geeigneter Strategien und regelmäßiger Pflege können Sie Ihr Teichwasser jedoch wieder klar und gesund bekommen, sodass Sie die Schönheit und Ruhe Ihres Teiches in vollen Zügen genießen können.

Experten-Tipp
Um einen stets klaren und stabilen Teich frei von lästigen Fadenalgen zu gewährleisten, empfehlen wir die kontinuierliche Anwendung unseres bewährten KOIPON Pon-Vital. Dieses Produkt unterstützt eine dauerhafte Stabilisierung des pH-Wertes und fördert aktiv die Entwicklung wertvoller Mikroorganismen.

Schwebealgen

Nun befassen wir uns mit den Schwebealgen, die für grünes und trübes Wasser verantwortlich sind. Diese winzigen Organismen sind mikroskopisch klein und bewegen sich frei im Wasser. Getrübtes Wasser beeinträchtigt nicht nur die Sicht auf die Fische und die Unterwasserwelt des Teiches, sondern deutet in den meisten Fällen auch auf ein bestehendes ökologisches Ungleichgewicht hin. Ein Überschuss an Nährstoffen im Wasser ist höchstwahrscheinlich die Ursache für das Vorkommen von Schwebealgen im Teich.

Schwebealgen gehören zur Familie der Grünalgen. Sie treten – wie ihre Verwandten, die Fadenalgen, – vorwiegend im Frühjahr und in den warmen Monaten auf und sind vor allem daran zu erkennen, dass sie das Wasser merklich grün färben und die Sichttiefe des Teichs verringern. Aufgrund ihrer feinen Struktur lassen sie sich in ihrem normalen Zustand weder manuell noch mit Hilfe einer Filtervorrichtung effektiv aus dem Wasser leiten und bleiben so Teil des Kreislaufs.

Schwebealgen

Schwebelagen im Teich bekämpfen:

  1. UVC-Klärer: Ein UVC-Teichklärer ist ein unverzichtbares Werkzeug bei der Bekämpfung von Schwebealgen. Dieses Gerät verwendet ultraviolettes Licht, um die Schwebealgen zu dezimieren. Die UV-Strahlung zerstört die Erbinformationen der Algen, wodurch diese verklumpen und dann leichter aus dem Wasser gefiltert werden können. Stellen Sie sicher, dass Ihr UVC-Teichklärer ausreichend Leistung für die Größe Ihres Teiches hat.
  2. Optimale Teichfiltration: Ein effizientes Filtersystem, das in der Lage ist, feine Schwebeteilchen aus dem Wasser zu entfernen, ist entscheidend. Stellen Sie sicher, dass Ihr Filter in einemgutem Zustand ist und regelmäßig gewartet wird. Ein biologischer Filter kann ebenfalls dazu beitragen, die Nährstoffe im Wasser zu reduzieren, was das Wachstum von Schwebealgen hemmt.
  3. Sofortmaßnahme: In Situationen, die eine rasche Lösung erfordern, empfehlen wir die Anwendung unseres flüssigen Teichklärers, KOIPON® Teichklar. Es verbessert sofort die sichttiefe in grünen und trüben Teichen. Der Teichklärer sorgt für ein Ausflocken der Schwebealgen. Diese können anschließend mühelos mithilfe eines feinen Keschers und einer effizienten Filteranlage aus dem Teich entfernt werden.

Experten-Tipp
Die Leuchtmittel in UVC-Teichklärern verlieren mit der Zeit an Wirksamkeit. Tauschen Sie die UV-Lampe jährlich im Frühjahr aus, um sicherzustellen, dass Ihr UVC-Teichklärer optimal funktioniert.

Blau- bzw. Schmieralgen

Kommen wir abschließend zu den Blau- beziehungsweise Schmieralgen. Sie sind an dem leuchtend grünen Teppich am Teichrand erkennbar. Dunkelgrünes bis blau-schwarzes Teichwasser sowie der Geruch nach faulen Eiern sind ebenfalls ein Hinweis.

Was oft als Blaualge bezeichnet wird, ist eigentlich ein Mikroorganismus aus der Familie der Cyanobakterien. Sie sind eine der ältesten Lebensformen auf unserem Planeten. Blaualgen stellen eine der hartnäckigsten, wenn auch glücklicherweise seltenen, Herausforderungen für Teichbesitzer dar. Sie können zu einer anhaltenden Bedrohung für Fische, Pflanzen und alle anderen Bewohner und Besucher des Teiches werden.

Blaualgen

Das Hauptproblem bei der Entstehung und Verbreitung von Blaualgen im eigenen Teich liegt in einem ökologischen Ungleichgewicht. Cyanobakterien können sich erst in einem übermäßig nährstoffreichen Milieu (vor allem mit Ammonium, Phosphaten und Nitraten) entwickeln, das bereits ein bedenkliches Maß an Überdüngung des Gewässers erreicht hat. Dies wird oft von bestimmten externen Einflüssen verursacht. Blütenpollen, Bestandteile von Rasen- oder Pflanzendüngemitteln aus umliegenden Gärten, die durch den Boden oder den Regen ins Teichwasser gelangen, gehören genauso zu den möglichen Auslösern wie übermäßige Sonneneinstrahlung oder starker Regenwasserzufluss.

Eine übermäßige Verschmutzung des Wassers kann durch zu viele Fische auf begrenztem Raum oder durch übermäßige Futtermengen verursacht werden. Ein unzureichender oder defekter Filter kann ebenfalls zu einer verstärkten Verschmutzung des Wassers führen. Das beste und nachhaltigste Mittel gegen Blaualgen ist daher die Vorbeugung, denn wenn sie einmal vorhanden sind, helfen nur noch aufwendige und mühsame Maßnahmen gegen diese hartnäckigen Mikroorganismen.

Blaualgen im Teich bekämpfen:

Das Auftreten von Blaualgen in Ihrem Teich kann ein ernstes Problem darstellen, insbesondere wenn die Situation bereits fortgeschritten ist. In diesem Fall sind radikale Maßnahmen erforderlich, um das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen und die Blaualgen effektiv zu bekämpfen. Wir werden Ihnen im Folgenden sowohl die notwendigen Schritte in solchen Situationen als auch weniger drastische Lösungen vorstellen.

Weniger drastische Lösungen:

  1. Algizide verwenden: In weniger fortgeschrittenen Fällen können Algizide wie der KOIPON® Algenvernichter Teich-Multi hilfreich sein. Diese Produkte können dazu beitragen, das Blaualgenwachstum zu hemmen und die Algenpopulation zu reduzieren. Beachten Sie jedoch, dass diese Lösung in der Regel vorübergehend ist und regelmäßige Anwendungen erfordern kann.
  2. Ammoniumbinder verwenden: Blaualgen benötigen Nährstoffe wie Ammonium, um zu gedeihen. Die Verwendung von Ammoniumbindern kann die Verfügbarkeit dieser Nährstoffe minimieren und somit das Wachstum der Blaualgen einschränken.

Radikale Maßnahmen:

  1. Vollständige Entfernung von Algen und Algenresten: Wenn Ihre Blaualgenplage bereits weit fortgeschritten ist, kann es erforderlich sein, den Teich abzulassen, um die Algen und ihre Überreste vollständig zu entfernen. Dies ist ein aufwändiger Prozess, der eine gründliche Reinigung des Teichbodens und der Teichwände einschließt. Es ist unerlässlich, sicherzustellen, dass keine Algenreste zurückbleiben.
  2. Desinfektion des Teichs: Nach der Reinigung des Teichs kann eine Desinfektion notwendig sein, um sicherzustellen, dass keine Sporen oder Reste der Blaualgen zurückbleiben. Dies ist besonders wichtig, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern. Sind also alle Fische und Pflanzen entfernt, müssen die Gerätschaften wie Filter, Kescher, Umsetzschlauch, Futtereimer und Belüftersteine und - schläuche mit Seife sehr sauber gereinigt und zusätzlich abgebürstet werden. Danach wird mit sauberem Wasser gespült und es kommt ein amtlich zugelassenes Desinfektionsmittel zum Einsatz. Nun sollte der Teich von allen Sporen befreit sein und kann neu angelegt werden.

Fazit

Eine detaillierte Untersuchung der Algen im eigenen Teich ist die Grundvoraussetzung um gezielt gegen die unterschiedlichen Algentypen vorgehen zu können. Die jeweils in der Praxis bewährten Lösungsansätze für die verschiedenen Algenprobleme ermöglichen es dem Teichbesitzer die Freude an einem gepflegten Gartenteich mit klarem und gesundem Wasser uneingeschränkt zu genießen.

Autor: André Ahrens – KOITEC24 Teichexperte

seit mehr als 20 Jahren. Im Ratgeber teilt André Ahrens sein umfangreiches Fachwissen gerne mit allen Teichfreunden. Seine Expertise erstreckt sich über sämtliche Aspekte der Teichgestaltung und -pflege, von der Auswahl der richtigen Teichpflanzen bis zur optimalen Wasserqualität für eine gesunde Flora und Fauna.