Teichbepflanzung – Welche Pflanzen eignen sich?
Jetzt 3% Online-Rabatt bei Bestellungen ab 100€!
07. Feb 2019 von André Ahrens

Teichpflanzen: Vom Gartenteich zum Wassergarten

Teichpflanzen

Denken viele bei Teichpflanzen auch zu allererst an Seerosen und pittoreske Liliengewächse, bietet dieser Bereich doch ein schier grenzenloses Spektrum an Pflanzenarten und –formen, die den Teich nicht nur optisch bereichern, sondern häufig auch einen immensen Nutzen für das Ökosystem im heimischen Garten haben. Richtig eingesetzt, unterstützen Wasserpflanzen einen positiven Nährstoffhaushalt und die Sauerstoffsättigung des Teichwassers und liefern den Teichbewohnern und Fischen zudem Schutz, Ruhe und Laichplätze.

 


Einfluss von Pflanzen auf die Wasserqualität des Teiches

Um gedeihen zu können, brauchen die Teichpflanzen – neben dem Licht der Sonne – vor allem Nährstoffe, die sie aus dem Wasser ziehen. Der Ruf des „Biofilters“ konstituiert sich aus eben jenem Recycling der Abfallstoffe im Wasser. Ein Nährstoffüberangebot, dem nicht entgegengewirkt wird, hat Algenbildung, trübes und grünes Wasser zur Folge – denn auch Algen sind letztlich Wasserpflanzen. Und Nährstoffe im Wasser sind indes unausweichlich! Ohne Teichbepflanzung haben die Algen keine natürlichen „Fressfeinde“, gedeihen prächtig – und lassen sich letztlich nur noch mit Zusätzen und Technik bekämpfen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch unweigerlich, dass in einem Teich, der bereits komplett von Algen übervölkert ist, keine Nährstoffe für anwachsende Pflanzen übrig sind. Hier müssen zuerst die Algen bekämpft werden, ehe das Nährstoffniveau wieder ein „normales“ Maß erreicht hat und die Pflanzen wachsen können. Sie sind also kein Allheilmittel gegen einen völlig veralgten Teich, sondern vielmehr ein Aspekt der Vermeidungsstrategie im Vorfeld. 

Im Zuge der Photosynthese produzieren Teichpflanzen Sauerstoff, mit dem sie tagsüber das Wasser des Gartenteichs anreichern. Aber auch der Schatten, den sie in der Hitze des Sommers spenden, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für den Sauerstoffgehalt des Teichwassers. Mit steigender Wassertemperatur sinkt die Löslichkeit des Sauerstoffs im Wasser. Eine umfassende Bepflanzung (auch die Zuhilfenahme von Pflanzeninseln) kann die negativen Auswirkungen einer zu geringen Sauerstoffauslastung und direkter Sonneneinstrahlung entscheidend reduzieren. Allerdings wird sie die rasche Wassererwärmung und den sinkenden Sauerstoffgehalt in überfüllten, verschmutzten, zu kleinen und vor allem zu flachen Teichen nicht im Alleingang kompensieren können. Hier wird es in den sonnigen Monaten – im Interesse des Teiches und seiner Lebewesen – unausweichlich sein, auf technische Hilfsmittel wie Pumpen und Oxydatoren und gegebenenfalls auch auf das Zusetzen von Sauerstoff zurückzugreifen.

 

 

Unterscheidung von Teichbepflanzung nach Lebensraum

Unterteilt werden die verschiedenen Pflanzenarten, die sich für den Gartenteich eignen, nach der Wassertiefe, in der sie bevorzugt wachsen. Dabei ist es durchaus im Interesse des Teichbesitzers, auf einige Varianz bei der Artenvielfalt Wert zu legen, um möglichst viele Zonen und Lebensräume des Teiches durch eine entsprechende Bepflanzung abzudecken. Damit die gewünschten Resultate erzielt werden, ist es – wie bei jeder Pflanze – unabdingbar, sich im Vorfeld mit den Standortanforderungen, der Pflege und dem (Wuchs-)Verhalten der jeweiligen Exemplare zu befassen. Oft halten Handel und Hersteller aber entsprechende Informationen bereit.

Wenngleich sich der genaue Wortlaut für die einzelnen Lebensbereiche der Teichpflanzen von Hersteller zu Hersteller unterscheiden kann und die Lebensraumgrenzen dabei natürlicherweise fließend sind, lassen sich die Zonen folgendermaßen grob gliedern.

 

Feuchtzone

Gemeint ist der äußerste Bereich des Teiches, jenes vermeintliche „Hinterland“, das zwar nicht direkt am Wasser, dabei jedoch innerhalb der Kapillarsperre, und damit am Übergang zwischen Garten und Uferbereich, liegt. Über die Wurzeln kommen die Pflanzen hier bereits direkt mit dem Teichwasser in Berührung. In dieser Zone gedeihen nicht nur klassische Sumpfgewächse, sondern auch „reguläre“ Gartenpflanzen. Vorausgesetzt, sie können mit immer-feuchtem Boden umgehen.

Beispiele: Trollblume, Mädesüß, Gauklerblume, Wasserminze        
 

Sumpfzone (ca. 0 cm bis 10 cm)

Die Pflanzen in diesem Bereich stehen mit einem Bein am Ufer, mit dem anderen bereits im Wasser des Teiches. Häufig schwankt zudem der Wasserstand, sodass die Pflanzen mal überschwemmt und mal nahezu freigelegt werden. Wenig überraschend ist, dass hier vornehmlich Sumpfpflanzen ihre Anwendung finden.

Beispiele: Sumpfdotterblume, Sumpfvergissmeinnicht, Sumpf-Stendelwurz, Pfennigkraut, Sumpfschwertlilie 
 

Flachwasserzone (ca. 20 cm bis 60 cm)

Der Bereich zwischen Sumpfzone und den tiefen Regionen des Teiches ist der bevorzugte Lebensraum einer Fülle von Arten, die den permanente Stand im Wasser schätzt. Allerdings muss mit dem Repertoire der möglichen Pflanzen auch die Aufmerksamkeit des Teichbesitzers wachsen, damit häufige Fehler wie etwa das Einsetzen von Schilf oder Rohrkolben in kleinen Gartenteichen vermieden werden. Beiden Pflanzen würden das kleine Gewässer zu stark einnehmen und rasch überwuchern. Wer trotzdem nicht auf typische Röhrichtpflanzen verzichten will, für den hält der Fachhandel inzwischen speziell gezüchtete Zwergformen bereit. Aber auch „abgeschlossene Möglichkeiten“ wie Pflanzkörbe und Pflanzeninseln sind denkbar, um die Überwucherung in Zaum zu halten und trotzdem nicht auf bestimmte Arten verzichten zu müssen.

Beispiele: Zwerg-Rohrkolben, Binsen, Zyperngras, Kalmus, Froschlöffel
 

Tiefwasserzone (ca. 60 cm bis mind. 90 cm)

Häufig wird im Zusammenhang mit diesem Tiefenbereich auch von der „Seerosenzone“ gesprochen, was nahelegt, dass wir es hier mit jenem Lebensraum zu tun haben, der von den beliebten Teichpflanzen bevorzugt wird. Aber Achtung: Seerosen beziehungsweise Schwimmblattpflanzen können sowohl äußerst anspruchsvoll sein und sich zieren als auch armdicke Wurzelzweige bilden und einen Teich völlig einnehmen. Es ist also durchaus ratsam, sich vor dem Einsetzen mit den spezifischen Vorlieben der einzelnen Arten auseinanderzusetzen. Neben den Seerosen ist die Tiefwasserzone auch das Zuhause verschiedener Unterwasser und Schwimmpflanzen, die zuweilen einfacher zu handhaben sind und dabei dieselben positiven Effekte für das Ökosystem Teich haben.

Beispiele: Seerosen- und Schwimmblattpflanzenarten, Mummel, Wasserstern, Krebsschere, Hornkraut

zur Übersicht