von André Ahrens

Sauerstoff im Teich

Braucht es Sauerstoff im Teich und wie wichtig ist Sauerstoff im (Koi-)Teich? Der Sauerstoffgehalt im Teich ist extrem wichtig für die Lebensqualität im Gartenteich. Ohne Sauerstoff ist kein Leben möglich – weder im noch außerhalb des Wassers. Der Sauerstoffgehalt des Teiches ist von verschiedenen Faktoren abhängig und deshalb stetigen Schwankungen unterworfen, die es im Interesse der Teichlebewesen wie Koi, Stör oder Goldfisch im Auge zu behalten gilt. Wir erklären, worauf es für eine ideale Sauerstoffversorgung im Teich ankommt und was man tun kann, um den Sauerstoffgehalt im Teich zu erhöhen.

Wie viel Sauerstoff braucht ein Teich? Wie hoch sollte der Sauerstoffgehalt im Teich sein?

Der ideale Wert für Sauerstoff im Wasser des Teiches liegt bei 12 mg/l.

Wie misst man den Sauerstoffgehalt im Teichwasser?

Dieser Wert kann mit speziellen Wassertests oder mit einem teuren Messgerät bestimmt werden.
Ein solches braucht man aber in der Regel nicht. Denn einen Sauerstoffmangel erkennt man am besten in den frühen Morgenstunden (ca. 6 Uhr), indem man das Verhalten der Fische beobachtet. Wenn die Fische an der Wasseroberfläche nach Luft schnappen oder sich rund um den Auslauf des Filters tummeln, ist das ein klares Zeichen für zu wenig Sauerstoff im Teichwasser.

Wie kommt es zu einem Sauerstoffmangel im Teich?

Wasserpflanzen produzieren tagsüber Sauerstoff. Dieser ist eines der Endresultate der Photosynthese, eines chemischen Prozesses, für den die Pflanzen unter anderem Sonnlicht als Energiequelle benötigen. Nachts fehlt ihnen diese, weshalb sie keinen Sauerstoff produzieren, sondern ihn selbst für ihre Zellatmung benötigen. Zusätzlich verbrauchen auch alle tierischen Teichbewohner in der Nacht weiterhin Sauerstoff. Zu den Sauerstoffverbrauchern zählen neben den Wasserpflanzen und Fischen auch nahezu alle Organismen des Teiches. Selbst Algen oder Kleinstlebewesen, wie Bakterien bzw. Mikroorganismen, die für biologische Abbau- und Zersetzungsprozesse wichtig sind, verbrauchen bzw. brauchen den Sauerstoff im Teich.
Die Tatsache, dass in der Nacht kein neuer Sauerstoff gebildet, aber weiterhin große Mengen davon benötigt werden, führt dazu, dass sich etwa gegen 5 Uhr morgens am wenigsten Sauerstoff im Teich befindet.

5 häufige Ursachen für Sauerstoffmangel im Gartenteich

Die Gleichung ist eigentlich recht einfach: Je mehr Sauerstoffverbraucher im Teich leben, desto mehr des Lebenselixiers benötigen sie. Im Folgenden sind fünf Ursachen aufgezählt, die zu einer zu geringen Sauerstoffversorgung im Teich führen können.

1. Es leben zu viele Fische im Teich.

Gartenteichbesitzer sollten sich ihren Fischen zuliebe an diese Richtwerte halten:
  • Goldfische: nicht mehr als 5 Stück pro 1.000 l
  • Goldorfe: pro Stück 500 bis 1000 l
  • Shubunkin: pro Stück 300 bis 500 l
  • Artgerechte Koihaltung beginnt bei 5 m3 (5.000 l)
  • für den ersten Koi: 5 m3
  • für jeden weiteren Koi + 1 m3

2. Es befinden sich keine, zu wenig oder zu kleine Wasserpflanzen im Teich.

Als Sauerstoffproduzenten eignen sich besonders gut:

3. Es hat sich zu viel Teichschlamm (Faulschlamm) abgelagert.

Dieser entsteht durch abgestorbene Pflanzenreste, Blätter und zu viel Fischfutter. Eine regelmäßige Entfernung des Schlammes und Reinigung des Teiches ist nicht zuletzt für einen ausgeglichenen Sauerstoffgehalt im Wasser sehr wichtig.

Aus den bisher genannten Ursachen ergibt sich der logische Schluss: Je mehr Fische sich im Wasser befinden und je mehr Abfallstoffe, Schmutz oder Pflanzenreste im Teich zersetzt werden müssen, desto größer ist auch der Bedarf an Sauerstoff und damit das Risiko des „Umkippens“.
Die Verhältnismäßigkeit des Fischbesatzes und die regelmäßige Reinigung des Teiches sind daher essentielle Maßnahmen zur Gewährleistung des notwendigen Sauerstoffgehalts.

4. Es herrschen zu hohe Wassertemperaturen im Sommer (starke Erhitzung).

Ist das der Fall, muss man für (mehr) Schatten sorgen. Generell gilt: Ca. ein Drittel der Teichoberfläche sollte sich im Schatten befinden. Ideale Schattenspender sind:

Wichtiges Hintergrundwissen für Gartenteichbesitzer: Der Sauerstoffgehalt ist von der Wassertemperatur abhängig. Je höher diese ist, desto niedriger ist der gelöste Sauerstoffgehalt.

5. Der Teich ist nicht tief genug.

Neben der Temperatur des Wassers hat auch die Tiefe des Teiches einen großen Einfluss auf die Sauerstoffauslastung. Je flacher ein Gewässer ist, desto schneller erwärmt es sich. Mit zunehmender Temperatur sinkt jedoch die Löslichkeit des Sauerstoffs im Wasser. Nur ein Teich, der tief genug ist, garantiert, dass das Wasser auch bei hohen Außentemperaturen kühl genug bleibt, um seinen Bewohnern die nötige Menge an Sauerstoff zu liefern.

Wie macht sich Sauerstoffmangel im Teich bemerkbar?

  • Die Fische schnappen an der Wasseroberfläche nach Luft (insbesondere an heißen Sommertagen).
  • Sie sammeln sich am Filterauslauf.
  • Schnecken halten sich in den warmen Monaten über längere Zeiträume direkt unter der Wasseroberfläche auf.
  • Sauerstoffmangel ist am besten am Morgen erkennbar, wenn die Photosynthese der Pflanzen noch nicht begonnen hat.

Zeigen die Fische dann ein solches Verhalten, sollte die Sauerstoffsättigung des Teiches unbedingt unterstützt werden.

Mehr Sauerstoff für den Teich:
Wie kann ich den Sauerstoff im Teich sofort erhöhen?

Diese Hilfsmittel führen rasch zu einer Lösung des Problems:
  • KOIPON Sauerstoff +FE – Soforthilfe bei akutem Sauerstoffmangel
    Ist der Zustand kritisch, sollte man besonders schnell reagieren können. In einer solchen Notsituation leistet KOIPON® Sauerstoff +FE schnelle Soforthilfe. Der Aktivsauerstoff gegen akuten Sauerstoffmangel ist für alle Teiche geeignet.
  • Sauerstoffpumpe
  • frisches Leitungswasser
  • Belüfter

Wie kann ich den Sauerstoff im Teich langfristig anreichern?

Um langfristig eine gute Lösung zu etablieren, empfiehlt es sich, auf Filter und Belüfter zu setzen.
Das ist die kostengünstigste und effizienteste Methode.
Bei der Anschaffung des Teichzubehörs sollte man auf die richtige Größe des Belüfters achten.

Teichbelüfter: Wie wählt man die richtige Größe aus?

Da es unterschiedliche Modelle gibt und die richtige Wahl immer die ist, die zur Größe des eigenen Gartenteichs passt, beantworten wir die Frage exemplarisch mithilfe dieser vier Beispielprodukte:

  • Der Oase AquaOxy 250 Teichbelüfter kann Teiche bis 3 m³ mit sauerstoffangereichertem Wasser versorgen, die Oase AquaOxy 4800 Teichbelüftungspumpe eignet sich für Teiche bis 50 m³. Letztere kann in den kalten Monaten auch als Eisfreihalter eingesetzt werden und gewährleistet so auch die Sauerstoffversorgung im Winter.
  • Beim Oase OxyTex Set handelt es sich um ein bewährtes Belüftungssystem mit Luftausstömer und Sauerstoffpumpe. Es gibt verschiedene Größen für unterschiedlich große Teiche.
  • Der Oase AquaAir 250 ist ein Großbelüfter, der sich für Teichoberflächen bis zu 250 m² eignet.

Sauerstoff für den Teich: Helfen Springbrunnen oder Wasserfälle?

Viele Teichbesitzer versuchen, mit Springbrunnen oder Wasserfällen für genug Sauerstoff im Teich zu sorgen. Das ist zwar dekorativ, aber auch die teuerste Lösung, um den Teichbewohnern Sauerstoff zukommen zu lassen. Sauerstoffpumpen bzw. Teichbelüfter sind in der Regel weitaus nützlicher und auch kostengünstiger.

6 Tipps rund um die perfekte Sauerstoffversorgung im Teich

Zum Abschluss ein kurzer Überblick über alle Tipps und Maßnahmen, die dazu führen, dass der Sauerstoff im Teich dem Idealwert entsprechen kann:
  1. auf eine ausreichende Wassertiefe achten
  2. an die Bepflanzung (gerne auch mit Unterwasserpflanzen) denken
  3. für ausreichend Schatten sorgen
  4. den Teich regelmäßig reinigen: Neben der manuellen und der technischen Reinigung durch Filter empfiehlt sich hier vor allem KOIPON® Oxalit, da es nicht nur die Reinigung des Teichgrundes von Teichschlamm und Abfallstoffen erleichtert, sondern auch aktiven Sauerstoff enthält, was den Gesamtgehalt des Teiches erhöht und stabilisiert.
  5. technische Hilfsmittel verwenden
  6. den Fischbesatz und die Futtermenge überprüfen